Straße der Musik – friedlicher Protest und doch plötzlich der Gewalt ausgesetzt

Es war ein heißer 1. Mai in Plauen. Viele; aber deutlich zu wenige Plauener und Vogtländer zeigten klar Ihre Meinung gegen Nazis und Gewalt während der verschiedenen Veranstaltungen unter dem Dach des Runden Tisches. Friedlich, deutlich und lautstark. Keiner der Teilnehmer ließ sich zur Gewalt provozieren - weder durch das Werfen von Böllern am Albertplatz oder Flaschen und bengalischer Feuer an der Kaiserstraße noch durch verbale Provokationen durch die Teilnehmer der Demonstration des III. Weges. Wir danken allen, die an diesem Tag Gesicht gegen Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Hass zeigten – Wir müssen deutliche Zeichen gegen die nationalsozialistischen und fremdenfeindlichen Auswüchse setzen!

Befremdlich waren allerdings die Worte unseres Oberbürgermeisters im Vorfeld des 1.Mai, dass er den Plauenern rät, an diesem Tag zu Hause zu bleiben. Wir erwarten von einem Oberbürgermeister ein klares Statement für Plauen und gegen rechtes Gedankengut sowie eine Unterstützung derjenigen, die sich dafür einsetzen, dass sich die Bürger unsere Stadt nicht von Gewaltandrohungen einschüchtern lassen, sondern friedlich zeigen, wofür sie stehen! Die Äußerungen des Herrn Oberdorfer waren ein Schlag ins Gesicht aller engagierten Plauener und Vogtländer und auch eine Nichtachtung einiger Aktionen des Runden Tisches für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage.

Wenn Plauen und das Vogtland die Probleme mit rechtextremen Strukturen lösen wollen, müssen sich alle Verantwortlichen klar zu Aktionen aus der Zivilgesellschaft gegen diese Auswüchse bekennen – allen voran das Stadtoberhaupt.