S-Bahn-Verbindung von Plauen nach Leipzig - Petition mit über 2.100 Unterschriften an den Landtag überreicht

Heute hat die vogtländische Initiative für eine umsteigefreie S-Bahn-Verbindung von Plauen nach Leipzig eine Massenpetition zur Wiederaufnahme der direkten Bahnverbindung Plauen-Leipzig an den Landtagspräsidenten Matthias Rößler und die Vorsitzende des Petitionsausschuss Kerstin Lauterbach in Dresden übergeben. 
Ca. 2.100 Unterzeichnende fordern darin Landtag und Staatsregierung auf, die versprochene Weiterführung der S-Bahn von Leipzig nach Plauen zu unterstützen.

Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, drängt die Staatsregierung, dieses Bürgerengagement für das Vogtland ernst zu nehmen:
"Der große Einsatz der Menschen für ihr regionales Bahnnetz darf nicht länger nur auf Desinteresse der Verantwortlichen stoßen. Zukunftsorientierte landesweite Bahnpolitik behält auch die Nebenstrecken im Blick."

"Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) muss hier viel mehr tun: Knapp eine Milliarde Euro hat der Bau des Citytunnels in Leipzig gekostet. Um eine solche Summe überhaupt zu rechtfertigen, war eine flächige S-Bahnerschließung deutlich über das Leipziger Umland hinaus versprochen worden. In den ersten Planungen des Citytunnels war Plauen noch Bestandteil des S-Bahn-Netzes. 
Mit der teuren und aufwendigen Elektrifizierung der rund 73 km langen Teilstrecke Reichenbach-Hof wurden die infrastrukturellen Voraussetzungen für durchgängig elektrischen Zugbetrieb zwischen Leipzig und Hof über Plauen geschaffen. Trotz der elektrifizierten Strecke existiert kein durchgehender Zugverkehr zwischen Leipzig und Plauen mehr. Das ist eine Posse!", kritisiert die Abgeordnete.

Katja Meier verweist auf die von der früheren CDU/FDP-Koalition beschlossenen Kürzungen von 132 Millionen Euro bei der ÖPNV-Finanzierung seit dem Jahr 2011:
"Auch aufgrund dieser Kürzungen wurde die durchgängige im 2-Stunden-Takt verkehrende Verbindung von Leipzig nach Plauen vor zwei Jahren bei der Inbetriebnahme des mitteldeutschen S-Bahnnetzes und des Citytunnels eingestellt. Derzeit endet die S-Bahn Strecke in Werdau, obwohl die Weiterführung ursprünglich geplant und der Bevölkerung versprochen wurde. Sieht auch dieser Minister in der Bahn kein Erschließungsmittel für die sächsischen Regionen abseits der großen Ballungszentren? Dann droht die Bevölkerung dort weiter abgehängt zu werden",  befürchtet die Landtagsabgeordnete.

"Die derzeitige CDU/SPD-Koalition hat es bislang versäumt das Ruder bei der ÖPNV-Finanzierung herumzureißen: Sie entwickelt keine eigenen Konzepte, sondern überlässt schicksalsergeben alles den Zweckverbänden. Diese sind aber finanziell direkt von der Staatsregierung abhängig."

"Minister Dulig hat es bei den letzten Haushaltsverhandlungen versäumt, eine deutliche Erhöhung der Regionalisierungsmittel für die sächsischen Verkehrszweckverbünde durchzusetzen. Wir GRÜNE halten unsere  Forderung nach einer deutlich Mittelerhöhung aufrecht. Denn statt das Angebot zu reduzieren, gilt es, den Schienenverkehr in Sachsen endlich auszuweiten, um gerade auch für Klein- und Mittelstädte sowie den ländlichen Raum einen leistungsfähigen Eisenbahn-Nahverkehr anbieten zu können."

"Dass bis heute über 2.100 Sachsen die Online-Petition 'Für die Weiterführung der S-Bahn von Werdau über Reichenbach nach Plauen' unterzeichnet haben, beweist, wie groß das Interesse am Thema im Vogtland ist. Wir GRÜNEN unterstützen das Begehren der Initiatoren der Initiative für eine umsteigefreie S-Bahn-Verbindung von Plauen nach Leipzig. Ich danke den Mitgliedern der Initiative für ihren großartigen Einsatz!", so Meier.

Wer nachträglich noch online unterzeichnen will, findet hier das Online-Formular der Petition:
www.gruene-vogtland.de/aktuelles/bahn-petition-unterzeichnen/