Grüne pflanzen Streuobstwiese in Kornbach
Sonntag, 14. November 2010
Pflanzgut von Fa. Fielmann gesponsert
Bereits im dritten Jahr hintereinander führte der Kreisverband Vogtland von Bündnis/90 Die Grünen am Samstag eine Pflanzaktion durch. Traf man sich bisher im Naturschutzgebiet nahe der Pirker Autobahnbrücke, um Wildschäden zu beheben, war man dieses mal dem Ruf des Ortsvorstehers von Kornbach, Thomas Hohl (Grüne, Mitglied des Kreisvorstandes), gefolgt, um eine Streuobstwiese zu pflanzen bzw. nachzupflanzen. Aus Plauen, Esterberg, Auerbach und sogar Ellefeld waren 21 Mitglieder und Freunde, darunter vier Kinder und Jugendliche angereist. Das Wetter meinte es gut, denn während es unmittelbar bis zur Veranstaltung regnete und gleich danach auch wieder begann, war es währenddessen zwar windig, aber trocken.
Insgesamt 25 hochstämmige Pflaumen-, Kirsch- und Apfelbäume wurden gepflanzt, was für viele Teilnehmer wegen der tiefen Löcher, die zu graben waren, ungewohnte, schweißtreibende Arbeit darstellte. Endlich nicht immer nur über Politik reden, sondern mal wieder etwas für den Naturschutz tun, war für viele eine zufriedenstellende Erfahrung. Die Hochstämme, die erst in zwei Meter Höhe erstmals verzweigt sind, fanden ihren Weg in eine Streuobstwiese, die bereits vor vielen Jahren im Zuge des Bahnbrückenbaus in Kornbach als Ausgleichsmaßnahme angelegt worden war, inzwischen aber auch schon erste Abgänge zu beklagen hatte.
Die Mühltroffer Bürgermeisterin Weihrich dankte den Teilnehmern und ihrem Ortsvorsteher, der die Aktion organisiert hatte. Die Stadt habe für solche Aktionen einfach kein Geld und es gebe selten Leute, die dafür ihre Freizeit zur Verfügung stellten. Gerne stelle die Stadt für ähnliche Aktionen auch in Zukunft Flächen zur Verfügung. Ihren Dank richtete die Bürgermeisterin auch an die Vertreterin der Firma Fielmann aus Plauen. Fielmann spendet jedes Jahr einen Baum für jeden seiner Mitarbeiter. Der gelernte Forstwirtschaftsmeister Thomas Hohl bot der Bürgermeisterin weitere Unterstützung an.
Den Grünen liegen hochstämmige Streuobstwiesen sehr am Herzen, handelt es sich doch – bei richtiger Pflege des Wiesengeländes – um einen nach Sächsischem Naturschutzgesetz besonders geschützten Biotoptyp. Obstgehölze werden meist nur 80 Jahre alt und gehörten früher zu jeder dörflichen Ortslage. Sie boten wichtiges Frischobst, Schatten für Jungtiere im heißen Sommern und waren Windbremse für die angrenzende Wohnbebauung. Im Zuge sogenannter Meliorationen der 1970er und 1980er Jahre verschwanden sie aus dem Landschaftsbild. Naturschutzfachlich sind sie von sehr hoher Bedeutung für Höhlen bewohnende Tierarten (z. B. Steinkauz, Schleiereule, Siebenschläfer etc.). Um ihren Bestand dauerhaft zu machen, sind regelmäßige Nachpflanzungen notwendig. Als Streuobstwiesen können sie allerdings nur gelten, wenn die Wiesenschnitte maximal zweimal jährlich und dies zu relativ späten Jahreszeiten stattfinden und keinerlei Dünger oder gar Pestizide eingesetzt werden.






