Grüne Verkehrskonferenz zur Zukunft der Sachsen-Franken-Magistrale
Sonntag, 27. Juni 2010
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen sächsischen Regionen entlang der Sachsen – Franken – Magistrale und aus Bayern sowie Vertreter von Verwaltungen und Umweltverbänden informierten sich auf der Verkehrskonferenz der grünen Landtagsfraktion am 26.06.2010 in Plauen über Situation und Perspektiven auf der Strecke. Trotz des Ferienbeginns und des sommerlichen Wetters diskutierten die 30 Konferenzteilnehmer über vier Stunden zum Thema.
Clemens Kahr vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) informierte über die Forderungen des Verbandes für einen besseren deutschlandweiten Verkehr und die Verbesserung des Angebotes auf der Sachsen – Franken – Magistrale. Dirk Bräuer vom Institut für Regional- undFernverkehrsplanung Leipzig/Dresden (IRFP) stellte eine im Auftrag des sächsisch – bayrischen Städtenetzes entstandene Potenzialuntersuchung für die Strecke als Verbindung zwischen den
Metropolregionen Mitteldeutschland und Nürnberg vor.
Sehr deutlich wurde dabei, dass die Elektrifizierung des Citytunnels zwingend die Elektrifizierung der Sachsen – Franken – Magistrale nach sich zieht. Nach Inbetriebnahme des Tunnels ist Dieselverkehr nach Leipzig nicht mehr möglich; Westsachsen wäre so vom Nahverkehr nach Leipzig abgeschnitten. Die Sachsen – Franken – Magistrale wird zudem nach Ausbau und Elektrifizierung ausgezeichnete Potenziale für den Güterverkehr auf der Schiene bieten.
Der sächsische grüne Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn sieht die Situation auf Bundesebene mit Sorge und verweist darauf, dass Ausbau und Elektrifizierung der Sachsen – Franken - Magistrale trotz vieler Beruhigungssignale weder komplett finanziert noch terminiert sind. Die überfällige Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung fehle bis heute. Sachsen müsse seine Versäumnisse aus den 90er Jahren wieder gut machen und jetzt die Investitionen auf dieser
wichtigen Strecke erzwingen.
Die grüne Landtagsabgeordnete Eva Jähnigen fordert eine schnelle Verbesserung der Verkehrsverhältnisse auf der Sachsen – Franken – Magistrale. Bereits vor der Elektrifizierung braucht es auf dieser wichtigen Strecke Bahnangebote mit Fernverkehrsniveau. Das Verzahnung mit dem Nahverkehr entlang der Strecke muss schnellstens verbessert werden – schlechte Umsteigemöglichkeiten machen den Nahverkehr unattraktiv und unwirtschaftlich. Sie wies im übrigen darauf hin, dass gerade vor diesem Hintergrund die drohenden Kürzungen im sächsischen
Nahverkehr für die Region unakzeptabel seien.
Als Ergebnis der Verkehrskonferenz wurde eine Bürgerinitiative von Vertretern aus Städten an der Strecke gegründet. Sie will auf alle Entscheidungsträger Druck zum Ausbau der Sachsen – Franken – Magistrale ausüben. Gefordert werden Ausbau und Elektrifizierung der Strecke Reichenbach – Hof bis 2013 sowie nach Nürnberg und Regensburg bis 2018, einen deutlich attraktiveren Bahnverkehr auf der Strecke mit Einbindung in einen deutschlandweiten, integrierten Taktfahrplan.







