BürgerSolarKraftwerk Plauen: Es geht los! - Gründung am 29. Juli
Mittwoch, 28. Juli 2010
Mit tatkräftiger Unterstützung durch den Förderverein Klimaschutz Vogtland e.V. wurden die Voraussetzungen geschaffen, um am kommenden Donnerstag, den 29. Juli 2010 die „BürgerSolarKraftwerk Plauen 01 GbR“ zu gründen. Nach der Informationsveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen und dem Förderverein am Sonnwendtag hatten sich mehrere Plauener bereit erklärt, an dem Projekt teilzunehmen.
„Ich würde mich freuen, wenn sich noch viel mehr Plauener Bürger in Bürgersolarkraftwerken beteiligen, sei es allein, auf dem eigenen Dach, oder mit uns gemeinsam in überschaubaren Gruppen. Auch für das erste Vorhaben können sich noch Bürger beteiligen. Wir laden deshalb am Donnerstag 29.07.2010 um 18 Uhr in das grüne Büro am Klostermarkt, Oberer Steinweg 7 ein. Dann wird die Gesellschaft gegründet. Und jeder kann dabei sein!“
Inzwischen ist ein geeignetes Dach in der Wilhelm-Goette-Straße 16-26 gefunden worden. Das Haus, dessen Schrägdach von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gemietet werden soll, bietet mit einer voll nach Süden ausgerichteten Fläche optimale Voraussetzungen für eine Nutzung mittels einer Photovoltaikanlage (PV). Dabei half der Ingenieur Horst Lange von Förderverein, der zusammen mit einem Statiker auch die Belastbarkeit des Daches prüfte und als geeignet betrachtete. Ein Entwurf eines Gesellschaftsvertrages wurde zusammen mit Walter Gusek von Förderverein erarbeitet, kann von den Gründungsmitgliedern diskutiert und beschlossen werden. Dieser sieht vor, dass man sich bereits mit kleinen Summen an dem Projekt beteiligen kann. „Bereits mit 500 Euro kann man sich an dieser regenerativen Energieerzeugung beteiligen, damit seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gleichzeitig auch noch Geld damit verdienen“, meint Dieter Rappenhöner, grüner Stadtrat in Plauen, der das Projekt vorantreibt. „Bei gewöhnlichen Solarfonds beginnt die Beteiligung erst bei 10.000 Euro. Das ist für die meisten zu viel und mir ist es besonders wichtig, dass sich eben auch der sogenannten „kleine Mann“ beteiligen kann.“ Vielmehr schwebt Rappenhöner vor, dass 10.000 Euro eher die Höchstsumme einer jeden Beteiligung wird, was aber letztlich die Gesellschafter entscheiden werden. Die Differenz zwischen dem selbst durch die Bürger eingebrachten Kapital und der Kaufsumme der PV-Anlage wird durch einen zinsgünstigen Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) getragen. „Tilgung und Zinsen erbringt die gesetzlich für 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung.“
Um die Sache nicht unnötig zu verkomplizieren, wird für jedes Projekt auf einen Dach in der Stadt Plauen eine eigene kleine Gesellschaft gegründet werden. „Das entspricht dann so etwas wie einem geschlossenen Fonds“. Das Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung soll aber nicht von der Investitionssumme bestimmt werden: „Jeder Bürger, der sich beteiligt, wird gleichberechtigt mitentscheiden können, welches der inzwischen vorliegenden drei Angebote regionaler Lieferanten und Handwerker umgesetzt wird, oder wer ehrenamtlicher Geschäftsführer wird“, so Rappenhöner.
Das Projekt in der Wilhelm-Goette-Straße soll das erste von hoffentlich vielen anderen im Stadtgebiet werden. Dieter Rappenhöner freut sich über die WBG, mit der das Vorhaben einen Dachverpächter zur Seite habe, der die Sache von Bürgersolarkraftwerken unterstützt. „So wurden selbstverständlich auch die Mieter im betroffenen Objekt informiert und sind gerne aufgerufen, sich selbst an der Anlage über ihren Köpfen zu beteiligen.“ Dies könnten sie alleine sicher nicht bewerkstelligen. „Und der Förderverein Klimaschutz Vogtland e.V. hat uns bislang schon riesig unterstützt. Es wäre uns ungleich schwerer gefallen, das Projekt erstmals selbst auf die Beine zu stellen“. Rappenhöner, der inzwischen selbst Mitglied im Förderverein geworden ist, möchte mit dem Projekt auch erreichen, dass Händler und Handwerker vor Ort von der Stromerzeugung profitieren und damit auch ein Beitrag zur regionalen Wirtschaft geleistet wird. Klimaschutz dürfe man nicht nur in Sonntagsreden fordern, sondern müsse auch etwas Aktives dafür tun. „Schade nur, dass gerade der Gesetzgeber die Senkung der Einspeisevergütung rückwirkend ab 1. Juli 2010 um 13 % verfügt hat. Wir wollen jetzt Dampf machen, damit unsere Anlage noch vor dem 30. September in Betrieb geht, denn ab 1. Oktober 2010 wird die Einspeisevergütung nochmals um 3 % gesenkt werden. Für unser erstes Projekt gilt dann aber der Preis von, je nach produzierter Menge, derzeit 32 bis 34 ct je Kilowattstunde 20 Jahre lang.“
In der Anlage finden Sie auch die Lage der geplanten Anlage
- Dateien
PM_Buergersolar_Plauen_gruendet_sich_100724.pdf173 K








