Bürger im Vogtland wehren sich gegen geplante 110-kV-Hochspannungsleitung
Mittwoch, 2. Februar 2011
Der Stromversorger Envia will in der Nähe von Plauen eine neue Hochspannungstrasse verlegen, die zwischen Falkenstein und Droßdorf verlaufen soll. Erhöhter Energiebedarf aufgrund neuer Gewerbegebiete sowie eine bessere Versorgungssicherheit machen laut Envia die geplante Trasse notwendig.
Der Stromanbieter sieht sich mit dem Widerstand zahlreicher Bürger aus den betroffenen Gemeinden konfrontiert. Sie sind nicht einverstanden mit der von Envia favorisierten Freilandtrasse und fordern stattdessen die Verlegung der Stromleitungen unter die Erde. Eine Bürgerinitiative, die sich unter dem Motto „110 kV-ab in den Boden“ gegründet hat und großen Zulauf findet, macht die Gegenargumente deutlich. Sie befürchtet erhöhten Elektrosmog aufgrund der elektromagnetischen Felder, die Gefährdung von Vögeln, die Zerstörung der Landschaft und den Wertverlust von Grundstücken.
Eine gesundheitliche Gefahr durch Elektrosmog sieht Envia dagegen nicht, da alle Grenzwerte eingehalten würden. Der Stromversorger lehnt Erdkabel vor allem aus Kostengründen ab, kann aber die tatsächlichen Mehrkosten nur vage benennen.
Für die Bürger ist das Argument der Wirtschaftlichkeit zweitrangig gegenüber der Gefährdung von Menschen und Umwelt. Sie zeigen sich unnachgiebig und kündigen dem Envia-Konzern einen Widerstand wie bei „Stuttgart 21“ an.





