Verkehrsicherheit darf nicht zum Kahlschlagargument missbraucht werden

Freitag, 9. Mai 2008

Grüne fordern mehr Baumpflege sowie Informationspflicht der Straßenbauämter über geplante Baumfällungen

Die Fällungen mehrerer alter Eichen entlang der Alten Auerbacher Straße durch das Straßenbauamt Plauen hat in Ellefeld eine öffentliche Diskussion über deren Notwendigkeit ausgelöst (FP Auerbach berichtete am 8. Mai). Wegen des großen Interesses am Baumschutz fordert Johannes Lichdi, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag eine Informationspflicht der Öffentlichkeit vor Baumfällarbeiten an sächsischen Straßen: „Ort, Zeitraum und Grund der geplanten Fällungen müssen rechtzeitig über die Lokalmedien bekannt gemacht, notwendige Maßnahmen bei kranken oder nicht standsicheren Bäumen plausibel den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort erläutert werden.“ Die Stadt Chemnitz praktiziert dies schon seit geraumer Zeit mit ausführlichen Presseinformationen vor derartigen Arbeiten im öffentlichen Grünbereich.

Bäume haben wegen der Vielfalt ihrer ökologischen und klimatischen Funktionen unverzichtbaren Wert für die Allgemeinheit. „Es ist deshalb wichtig, dass die Öffentlichkeit rechtzeitig genau hinschaut, ob die angegebenen Gründe ein Fällung tatsächlich rechtfertigen.“ so Lichdi. „Auch alte Straßenbäume haben eine Lebensberechtigung! Sie werden oft Opfer jahrelanger Versäumnisse bei der Baumpflege. Für sensibles Ausästen oder Zurückschneiden der Bäume müssen bei den Straßenbauämtern Wille und Mittel vorhanden sein!“

Lichdi ermuntert die Bürger, sich über zu rigides Handeln der Straßenbauämter zu beschweren und ein verändertes Vorgehen einzufordern. „In jedem Fall sind Ersatzpflanzungen von Bäumen notwendig.“ so Lichdi abschließend.

www.baumschutz-sachsen.de